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Frei haben oder arbeiten? Welche Feiertagsregelung gilt im Homeoffice?

myHomice Gründerin Katharina Hamma und ihr Team haben es gerade erst erlebt: Während die Erfinderin des ersten ergonomischen Marktplatz für Homeoffice Möbel in Nordrhein-Westfalen lebt und somit theoretisch am 01. November einen freien Tag hat, weil das Bundesland an diesem Tag Allerheiligen feiert, wohnen einige ihrer Team-Mitglieder in Niedersachsen und haben schon einen Tag früher das Glück frei machen zu können, da hier der Reformationstag ein Feiertag ist. Doch welche Regelung gilt nun? Müssen sich die Arbeitnehmer:innen den Feiertagen des Arbeitgebers:in anpassen?

Das möchten wir in diesem Artikel klären und natürlich noch weiteren Fragen auf den Grund gehen. Wie beispielsweise:

 

Was für Feiertagsregelungen gibt es in den Bundesländern?

Jeder Arbeitnehmer freut sich über einen Feiertag – schließlich bedeutet das, einen Tag bezahlt zu Hause bleiben zu dürfen – zumindest, wenn der Feiertag auf einen Werktag fällt. Denn nach § 2 EFZG hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer für Arbeitszeit, die aufgrund eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, das Gehalt zu bezahlen, das er auch ohne den freien Tag erhalten hätte. Die Vorschrift regelt die Gehaltsfortzahlung an Feiertagen, nicht jedoch die Frage, ob Mitarbeiter einen Tag Freizeit genießen dürfen. Denn das richtet sich nach den Feiertagsregelungen des Bundes und der einzelnen Bundesländer.


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Unterschiede ergeben sich zum Beispiel zwischen überwiegend katholischen und überwiegend evangelischen Bundesländern. So sind in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel Heilige Drei Könige und Fronleichnam gesetzliche Feiertage, aber in Niedersachsen nicht. Im Saarland und Teilen von Bayern ist Mariä Himmelfahrt ein Feiertag, in den Nachbarländern Rheinland-Pfalz bzw. Hessen und Baden-Württemberg, müssen die Menschen an diesem Tag jedoch ganz normal arbeiten.


Weitere unterschiedliche Feiertage:

  • Heilige Drei Könige am 6. Januar (Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt),

  • Internationaler Frauentag am 8. März (Berlin),

  • Ostersonntag und Pfingstsonntag (Brandenburg – in anderen Bundesländern sind diese Tage ein „normaler“ Sonntag),

  • Fronleichnam (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie jeweils regional in Sachsen und Thüringen).

  • Friedensfest am 8. August (nur in Augsburg),

  • Mariä Himmelfahrt (Saarland sowie regional in Bayern),

  • Weltkindertag am 20. September (Thüringen),

  • Reformationstag am 31. Oktober (Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen),

  • Allerheiligen am 1. November (Baden-Württemberg Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland)

  • Buß- und Bettag (Sachsen).

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Welche Regelung gilt für unterschiedliche Feiertage?

Doch nun zurück zur Frage, welche Regelung für die unterschiedlichen Feiertage gilt. Müssen sich die Mitglieder aus Katharina Hammas Team nach den Feiertagen Ihrer Chefin richten oder gilt der Feiertag ihres Bundeslandes? Die rechtliche Regelung lautet: der tatsächliche Arbeitsplatz ist maßgeblich – und nicht der Sitz des Arbeitgebers oder der Wohnsitz des Arbeitnehmers. Es gelten die Feiertagsregelungen für diejenigen Arbeitnehmer, die sich an diesem Tag in dem jeweiligen Bundesland aufhalten und arbeiten.

Bedeutet im Umkehrschluss: die Teammitglieder aus Niedersachsen feiern ganz normal ihren Feiertag – in dem oben genannten Fall den Reformationstag und Katharina Hamma feiert das für ihr Bundesland übliche “Allerheiligen”.

Du darfst also an Feiertagen, die für deinen Arbeitsplatz im Homeoffice gelten, auch dann nicht arbeiten, wenn der Tag am Betriebssitz kein Feiertag ist. Würde das Team von Katharina Hamma jedoch am Reformationstag den Arbeitsort nach NRW wechseln, dürften sie arbeiten. 

Es kommt aber dennoch auf die arbeitsvertragliche Vereinbarung an. Denn es kann beispielsweises einen Unterschied machen, ob du einer Telearbeit nachgeht, oder dein Arbeitgeber dir nur temporär die Präsenzpflicht aufgehoben und mobiles Arbeiten erlaubt hat. Also, dass Homeoffice in deinem Vertrag nicht ausdrücklich vereinbart ist. 


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Gesetzliche Feiertage – was muss ich beachten?

Der Feiertagsentgeltanspruch nach § 2 EFZG umfasst lediglich gesetzlich anerkannte Feiertage, d.h. Feiertage, die eindeutig durch Bundesrecht oder die jeweiligen Länder gesetzlich angeordnet sind. Bedeutet also, dass alle weiteren kirchlichen, regionalen oder religiösen Feiertage von der Vorschrift ausgeschlossen sind.

Doch auch hier gibt es Ausnahmen. In einigen Bundesländern gibt es landesgesetzlich geschützte kirchliche Feiertage, aufgrund derer Angehörige der Religion einen Anspruch auf  (teilweise oder vollständige) unbezahlte Freistellung oder Urlaubsanrechnung haben. Dies ist in den jeweiligen Landesgesetzen festgelegt.

  • Bspw. ist nach § 9 Abs. 2 des Landesgesetzes über den Schutz der Sonn- und Feiertage Rheinland-Pfalz den Beschäftigten und Auszubildenden, die er evangelischen Religion angehören, auf Antrag am Buß- und Bettag unbezahlte Freistellung oder Urlaub zu gewähren, soweit nicht zwingende dienstliche oder betriebliche Belange entgegenstehen.
  • Weiterhin legt das Feiertagsgesetz NRW in § 9 Abs. 3 fest, dass Angehörige des jüdischen Glaubens im Rahmen des Neujahrsfests und am Versöhnungstag sowie dessen Vorabend der Arbeit (unbezahlt) fernbleiben dürfen.


Und ja, uns ist schon klar, dass die Regelung von gesetzlichen Feiertagen und nicht gesetzlichen Feiertagen nicht immer ganz fair ist. Denn Fakt ist: Bayern hat mehr Feiertage als jedes andere Bundesland: an ganzen 13 Tagen darf hier bezahlt gefaulenzt werden. Und Augsburg setzt noch einen oben auf. Hier gibt es mit dem Friedensfest am 08. noch einen weiteren Tag frei.

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Gelten auch Feiertage im Ausland?

“Was passiert aber, wenn ich im Ausland arbeite?” fragst du dich jetzt vielleicht. Tatsächlich gelten für  Arbeitnehmer:innen nur inländische Feiertage. Daraus ergeben sich zwei Sonderfälle:

  • Arbeitnehmer:innen müssen zur Arbeit in Deutschland erscheinen, wenn an ihrem Wohnort im Ausland ein Feiertag ist. Es gilt der Arbeitstag in Deutschland.

  • Befindet sich ein:e Angestellter:in aus Deutschland im Ausland, gilt § 2 EntFG nicht. Das bedeutet: Der Arbeitnehmer muss im Ausland auch dann arbeiten, wenn in Deutschland ein Feiertag ist. Allerdings erhält der:die Angestellte:in weiterhin Lohn, wenn im Einsatzland ein Feiertag ist und er dadurch nicht arbeiten kann bzw. darf

  • Wir können dir in dem Fall sehr empfehlen, eine Betriebsvereinbarung aufzusetzen. Sie legt fest, wann dein Arbeitgeber dich freistellt und ob es sich um eine entgeltliche oder unentgeltliche Freistellung handelt.

​FAZIT:

Der eine arbeitet einen Tag mehr, der andere einen Tag weniger. Der eine darf am 30.10. die Arbeit Arbeit sein lassen, der andere am 01. November. Einige feiern ein Friedensfest, andere lassen es an Karneval krachen. Als erster deutscher Marktplatz für Homeoffice Möbel ist es uns allerdings weniger wichtig, wann du NICHT mobil arbeitest, sondern vielmehr, dass du gesund im Homeoffice ausgerüstet bist. Deshalb möchten wir dir zum Abschluss noch einmal ans Herz legen, dir mit ergonomischen Möbeln mehr Freude, Gesundheit und Bewegung in die eigenen vier Wände zu holen und so auch viel leistungsfähiger zu sein. ​