Homeoffice hat ein Geschlecht – wirft die Diskussion ums hybride Arbeiten die Rolle der Frau um zwei Jahrzehnte zurück?

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Corona hat viele Frauen an den Rand der Erschöpfung getrieben und den Kampf um mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern um einige Jahrzehnte zurückgeworfen – und das hat auch mit dem Homeoffice zu tun. Denn auch nach der coronabedingten Homeoffice-Pflicht steigt die Zahl weiblicher Beschäftigte in Teilzeit. Und der Lockdown hat leider gezeigt, was das in vielen Familien bedeutet: Die Männer arbeiten mit ihren vollen Stellen so gut wie ungestört im eingerichteten Büro auf dem Dachboden oder im Keller, während die Frauen ihren Arbeitsplatz in der Küche oder dem Wohnbereich aufschlagen und sich nebenher noch um den Haushalt, die Kinder und das Homeschooling kümmern – und wer myHomice den Marktplatz für ergonomische Homeofficemöbel kennt, weiß wie schädlich das für die Gesundheit ist, wenn das Büro nicht ergonomisch ausgestattet ist. Auch Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Soziologin und Präsidentin des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung ist sich sicher: Corona hat den Kampf um Gleichberechtigung, um Jahre zurückgeworfen und auch die Debatte um hybrides Arbeiten stärkt die tradierte Arbeitsteilung.

Warum es so wichtig ist, dass du diesen Artikel liest?

Gerade Arbeitgeber:innen können die Gleichstellung am Arbeitsplatz maßgeblich beeinflussen, doch auch Arbeitnehmer:innen sollten an der Rollenverteilung arbeiten. myHomice hat sich dem Thema angenommen und Daten und Fakten zusammengetragen, um für Aufklärung zu sorgen und Möglichkeiten zur Veränderung zu bieten. Schau dir unbedingt die Ergebnisse zu folgenden Themen an:

1. In den meisten Elternhaushalten arbeiten Männer in Vollzeit und Frauen in Teilzeit

Es ist noch immer die klassische Konstellation: Vater arbeitet rund um die Uhr, Mama arbeitet mit reduzierter Stundenzahl, um sich anschließend um die Kinder zu kümmern und den Haushalt zu schmeißen. Eine Rollenverteilung wie in den 70er Jahren – und sie wächst wieder an. Denn während 1991 nur 30,2 Prozent der Frauen mit reduzierter Stundenzahl arbeiteten sind es heute 46 Prozent der Frauen mit Teilzeitquote. Und die Gründe liegen klar auf der Hand: die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung müssen stimmen. Allerdings entscheiden die Frauen nicht immer selbst, schließlich wird die Frage nach der Erwerbstätigkeit auch davon beeinflusst, wie es auf dem Arbeitsmarkt so aussieht und wer das entsprechende Gehalt nach Hause bringt.

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Und auch hier ist zeigt sich nach wie vor, dass der Arbeitsmarkt noch in typische Frauen- und Männerbereicheaufgeteilt ist –  Als Frauen- bzw. Männerberuf gilt ein Job dann, wenn der Frauen- bzw. Männeranteil etwa 70 Prozent und mehr beträgt. Und genau diese Geschlechtsspezifische Teilung hat sich in den letzten Jahren verschärft. Und leider geht damit auch eine unterschiedliche Beschäftigungsqualität und geringere Löhne einher. Doch auch das verankerte Bild, dass Frauen eben ein besseren Händchen für Haushalt und Kinder haben, sollten wir noch einmal überdenken. Denn so ergibt sich quasi von allein die Antwort darauf, wer zwischen Meetings und Deadlines auch noch die Wäsche macht oder sich um die Hausaufgabenbetreuung kümmert. Oder dies dann noch am Abend erledigen muss, weil der Arbeitgeber:in einen nicht im Homeoffice arbeiten lässt…

Frauen dürfen seltener ins Homeoffice wechseln als Männer

Der DGB Index Gute Arbeit bestätigt: Frauen haben nicht die gleichen Chancen auf die Arbeit von zu Hause wie Männer. Und wenn sie es tun, arbeiten sie dazu noch unter schlechteren Bedingungen. Ein Kombination die nicht gerade vielversprechend klingt und förmlich nach Maßnahmen zur Bekämpfung der Ungerechtigkeit schreit. 

Auch Locatee hat vom Meinungsforscher Yougov eine repräsentative Umfrage zum Home-Office gemacht und die besagt, dass 21 Prozent der Männer, aber nur 16 Prozent der Frauen künftig die volle Freiheit haben, zu entscheiden, wann sie von wo aus arbeiten möchten. 25 Prozent der Frauen, aber nur 17 Prozent der Männer werden wieder dauerhaft aus dem Büro arbeiten müssen.

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Die Gründe dafür sind vielfältig. Vermeintlich arbeiten Frauen häufiger in Jobs, die sie nicht von zu Hause tätigen können. In Wahrheit besteht jedoch die Angst im Homeoffice für die:den Arbeitgeber:in nicht sichtbar zu sein und so Nachteile gegenüber den Kollegen zu haben. 40 Prozent aller Befragten, die gerne im Homeoffice arbeiten würden, nennen ihre:n Vorgesetzte:n als Hindernis. Dieser Widerstand ist bei Frauen größer als bei Männern – und leider ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass viele Arbeitgeber:innen Anwesenheit statt tatsächliche Ergebnisse belohnen. 

Ein weiterer Grund ist tatsächlich die technische Ausstattung. 30% der Frauen greift im Homeoffice noch immer ausschließlich auf private Geräte zu – während nur 22% der Männer auf eigene Devices setzen müssen. Auch hier zeigt sich ein digitales Gender Gap, dass eine bessere Versorgung durch den:die Arbeitgeber:in verlangt. Leider ist es noch immer die Wahrheit, dass Frauen das Arbeiten von zu Hause weniger zugetraut wird als den Männern. Denn der Vorgesetzte hat oft das Bild von der Frau mit dem Kind auf dem Schoß vor dem Laptop im Kopf. Zudem wird argumentiert, dass das Arbeiten im Homeoffice eher in höheren Unternehmenspositionen möglich ist – doch da arbeiten eben durchschnittlich auch mehr Männer als Frauen. 

 

Frauen in Führungspositionen sind noch immer stark unterpräsentiert

Die Zahlen sprechen noch immer für sich: auch aus aktuellen Statistiken geht hervor, dass Frauen noch immer in deutlich rangniedrigeren Positionen oder Statusgruppen zu finden sind, als ihre männlichen Kollegen. Laut Statista befinden sich in deutschen Unternehmen nämlich auch heute noch mehr Männer in Führungspositionen als Frauen. In Vorständen der Top 200 Unternehmen waren es im Jahr 2021 14,7 Prozent Frauenanteil, in deren Aufsichtsräten 30,4 Prozent und allgemein in Führungspositionen 28,4 Prozent im Jahr 2020. Wir fragen uns da, wie ist das möglich?

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Am Wissen kann es definitiv nicht liegen, denn der Prozentsatz der weiblichen Absolventen an Hochschulen lag im Jahr 2020 bei fast 50 Prozent. Und das traurige ist: viele Frauen in Führungspositionen sind nur aufgrund von festgelegten Quoten und als Aushängeschild für gut geführte Unternehmen in ihrer Position – oder anders gesagt, um das zweites Führungspositionen-Gesetz (FüPoG II) zu erfüllen. Und es macht natürlich wenig Sinn, wenn eine Position aus Pflicht zu besetzt wird und nicht, weil eine qualifizierte Bewerberin beste Voraussetzungen für diese Stelle erfüllt. Wir finden, eine Frau sollte sich ein Unternehmen suchen können, in dem sie gesehen und anerkannt wird – ob im Büro oder im Homeoffice. 

 

Das Gender Pay und Time Gap wächst weiterhin

Vor 30 Jahren war es noch üblich, dass Frauen mindestens 3 Jahre, wenn nicht sogar für immer zu Hause blieben, sobald Nachwuchs kam – doch im 22. Jahrhundert sollte das doch anders aussehen, oder vielleicht doch nicht? 

Wenn da nicht das liebe Geld wäre, dass bei Männern oftmals großzügiger ausfällt, als bei den Frauen. Denn auch 2020 lag der Bruttoverdienst der weiblichen Angestelltinnen noch 18% unter dem der männlichen – also verdienen Frauen damit durchschnittlich etwa 4,16 Euro weniger pro Stunde. Da kommt auf den Monat gesehen ganz schön was zusammen und somit ist es verwunderlich dass Frauen rein wirtschaftlich zu Hause bleiben oder die Stunden reduzieren – ob es um den Büro- oder den Homeoffice-Job geht.

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Was sich aber dennoch zeigt: Frauen arbeiten im Homeoffice effizienter als Männer. Nach einer Studie des Mobilitätsdienstleister Toogether gaben mehr als 40% der Frauen gegenüber 36% der Männer an, dass sie im Homeoffice produktiver arbeiten können. Sie fühlten sich mit 22% gegenüber 28% bei den Männern weniger abgelenkt bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden und empfinden es als angenehmen sich zwischendurch um den Haushalt kümmern zu können. Während die Männer eher vermeintliche Überstunden machen, um sich vor der Hausarbeit zu drücken dehnen Frauen ihre Betreuungs- und Haushaltstätigen um etwa 1,7 Stunden die Woche aus – Männer nur um 0,6 Stunden. Dadurch verändert sich der Gender-Care-Share Gap, also der Anteil an der gesamten Sorgearbeit zum Nachteil der Frauen, wenn beide Partner im Homeoffice arbeiten. Wir plädieren für weniger Stereotyp-Denken und modernere Haushalts-Konstellationen. Paare sollten sich vor Lebensentscheidungen fragen, was ihre Entschlüsse für ihr Leben in fünf oder zehn Jahren bedeuten und sich Möglichkeiten für die perfekte Arbeitsteilung überlegen.  

Was du als Arbeitgeber:in tun kannst, um für Gleichberechtigung beim flexiblen Arbeiten zu sorgen.

Frauen sind eine Bereicherung für jedes Unternehmen– ob in Führungspositionen, mit voller oder reduzierter Stundenzahl, im Homeoffice oder hybrid im Büro. Denn sie sorgen für frischen Wind und Abwechslung, haben in vielen Belangen mehr Einfühlungsvermögen und bringen Empathie in die Team-Strukturen. Deshalb sollte es Ziel jedes Arbeitgebers sein für Gleichberechtigung am Arbeitsplatz zu sorgen und die Vereinbarung von Job und Familie so einfach wie möglich zu machen. 

Zudem sollte es dringend einen Wandel des gesellschaftlichen Bewusstseins für individuelle Lebensmuster geben, die nicht mehr von Natur aus geschlechtstypisch vorherbestimmt sind und die Rolle der Frau um drei Jahrzehnt zurück katapultiert. Hier ist auch die Politik gefragt, die Elternzeitregelungen konkretisiert, die dafür sorgen, dass mehr Väter Elternzeit nehmen, Pay Gaps geschlossen werden und Rechtsansprüche für Krippe und Kita gültig werden.

 

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Was du als Arbeitgeber:in schon jetzt tun kannst, um ein gleichberechtigtes hybrides Arbeiten zu schaffen, in dem dein Team motiviert und wertgeschätzt für Höchstleistungen sorgt?

Selbstbestimmtes mobiles Arbeiten mit Tarifverträgen für deine Beschäftigten veranlassen

Die starre 40 Stunden-Woche hat ausgedient. Flexible Arbeitszeiten stellen sicher, dass Arbeiten nicht unter Druck, sondern zum richtigen Zeitpunkt erledigt werden. Wenn die Kinder schlafen, wenn die Bahnfahrt ins Büro lange genug ist oder wenn am Samstagmorgen keine störende Anrufe dazwischenfunken. 

Technische Ausrüstung für alle anbieten und gute ergonomische Arbeitsbedingungen erfüllen

myHomice hilft als erster deutscher Marktplatz für ergonomische Homeoffice Möbel Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen dabei, das heimische Büro so gesund wie möglich zu gestalten und ergonomisches Sitzen, mobile Schreibtischarbeit, eine augenschonende Sicht, sowie eine Schall- und Sichtgeschützte Heimarbeit möglich zu machen. 

Vertrauen statt Kontrolle an den Tag legen

Gerade beim hybriden Arbeiten ist es wichtig jedem Einzelnen im Team zu vermitteln, was sein Beitrag für das Unternehmen ist. Dafür braucht es Vertrauen, viel Transparenz und Kommunikation. Gemeinsame Ziele und Zwischenerfolge sollten definiert werden, die für Motivation und Orientierung im Team sorgen.

 Das Zauberwort für Gleichberechtigung lautet Wertschätzung​

Zeige deinem Team, wie wichtig es dir ist und wieviel dir an der Gesundheit jedes einzelnen liegt. Wie wäre es z.B. mit einem Gutschein für die Einrichtung eines ergonomischen Homeoffice-Büros? Mit dem attraktiven Gutschein-System von myHomice ist das kein Problem.Du legst einfach die Gutscheinsumme fest und förderst sowohl das Miteinander als auch die Gesundheit deiner Team-Mitglieder.

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Was myHomice tut, um Gleichberechtigung zu fördern.

Wenn einer weiß, was es bedeutet als Frau in Führungsposition zu arbeiten, dann MyHomice Gründerin Katharina C. Hamma. Sie blickt auf über 20 Jahre Messeerfahrung zurück und war bis 2020 noch Geschäftsführerin & Chief Operating Officer der Koelnmesse GmbH. Dass sie damit jedoch eine Minderheit darstellt ist der Kölnerin durchaus bewusst. Zumal auch sie Unstimmigkeit zwischen Männer- und Frauenrollen in ihrer Branche miterlebt hat. Für Sie als Unternehmerin Grund genug bei myHomice alles anders zu machen und auf Qualität statt Geschlechterrolle zu setzen. Im myHomice Team arbeiten Frauen und Männer, Mütter und Singles unter gleichen Bedingungen – allesamt remote und über ganz Deutschland verteilt. Wir finden: Zahn der Zeit!

FAZIT:

Lasst uns die 80er Jahre hinter uns lassen und für ein Umdenken in den Köpfen der Menschen sorgen.Nur wenn Arbeitsbedingungen an den Lebensbereich Familie angepasst werden, kann flexibles Arbeiten funktionieren und sich nicht zur Benachteiligung von Frauen entwickeln. ​​Die Flexibilisierung der Arbeitszeit spielt dabei ein große Rolle, erfordert jedoch Vertrauen sowie eine gute Organisation und Zeitmanagement-Fähigkeit. Deshalb sollten Arbeitgeber:innen für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen, das Team unterstützend begleiten und gesundheitlich fördern – myHomice hilft dabei gerne.