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Zittern vorm Winter – müssen wir im Büro frieren oder im Homeoffice mehr zahlen?

Klirrend kalte Hände an der Maus, Eisfüße unter dem Schreibtisch und fröstelnde Atmosphäre in der Kantine  – sehen so unsere Aussichten für die winterlichen Bürobesuche aus? Vielleicht. Denn durch die drohende Gasknappheit setzt die Energie auf Sparflamme. Der Vorschlag der Europäischen Kommission aus Brüssel lautet: öffentliche Gebäude und Büros sollen ab dem Herbst 2022 bis maximal 19 Grad beheizt werden.

Doch wie gelingt der Einklang von drastischen Energiesparmaßnahmen und dem Gesundheitsschutz der Belegschaften? Noch sucht die Politik und das Wirtschaftsministerium nach weniger drastischen Lösungsansätzen. Doch spätestens wenn die dritte Warnstufe für den Energie Notstand ausgerufen wird, werden wir sehr wahrscheinlich nicht um eine Raumtemperatur von 19 Grad in öffentlichen Gebäuden drumherum kommen.

Warum solltest du diesen Artikel lesen?

Weil myHomice als erster deutscher Markplatz für ergonomische Homeoffice Möbel natürlich sehr viel daran liegt, dass du am Arbeitsplatz nichts frierst und beste Leistungen erzielst. Deshalb haben wir sämtliche Zitterwarnungen für den Winter überprüft, nach Möglichkeiten zum “warm bleiben” recherchiert und geben dir Antworten auf viele Fragen, die sich zu den folgenden Themen auftun:

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Welche Mindesttemperaturen gelten für den Arbeitsplatz?

Mit Handschuhen, dickem Wintermantel und Mütze über den Ohren lässt es sich schlecht an der Tastatur, Drucker und Co arbeiten. Was also tun, wenn es im Betrieb zu kalt wird?

Zugegeben, das Kälteempfinden ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Während die einen schon bei 20 Grad frösteln, fühlen sich andere bei 17 Grad noch im T-Shirt pudelwohl. Schließlich hat jeder von uns seine eigene “Wohlfühltemperatur”. Entsprechend kann man es in einem Großraumbüro wohl eh nicht jedem recht machen. Dennoch gibt es dazu gesetzliche Regeln aus dem Arbeitsschutz, die festlegen, welche Temperaturen am Arbeitsplatz mindestens herrschen müssen. Damit hast du als Arbeitgeber:in also ein gutes Argument, um zu verlangen, dass dein Arbeitgeber:in den Heizhahn entsprechend aufdreht, damit du nicht frierst.

​§ 3a Abs. 1 der Arbeitsstättenverordnung bestimmt, dass der Arbeitgeber die Arbeitsstätte so einrichten und betreiben muss, “dass Gefährdungen für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten möglichst vermieden” werden. Noch konkreter wird es dann in der Arbeitsstättenrichtlinie (ASR). Diese gehört zu den Technischen Regeln für Arbeitsstätten und wird vom Ausschuss für Arbeitsstätten (ASTA) entwickelt. Veröffentlicht werden diese Regeln dann durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Mindesttemperaturen sind dabei von Art und Schwere der Arbeit abhängig und errechnen sich durch die erforderliche Körperhaltung beim Arbeiten.

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Die Mindesttemperaturen im Einzelnen

- Bei Büroarbeit im Sitzen ohne körperliche Anstrengung beträgt die Mindesttemperatur mindestens 20 Grad Celsius.

- Bei leichten Tätigkeiten im Gehen, Stehen oder mittelschweren sitzenden Tätigkeiten (wie der Bedienung einer Maschine) sind es mindestens 19 Grad.

- Bei mittelschweren Tätigkeiten im Gehen oder Stehen sind es mindestens 17 Grad.

- Bei schwerer körperlicher Arbeit im Gehen oder Stehen, die etwa mit dem Tragen oder Anheben schwerer Gegenstände verbunden ist, sind mindestens 12 Grad vorgeschrieben.

- Mindestens 21 Grad Celsius müssen in Kantinen, Pausenräumen, Sanitärräumen, Erste-Hilfe-Räumen etc. herrschen. In Toilettenräumen darf diese Temperatur kurz für das Lüften unterschritten werden.

- In Waschräumen mit Duschen sind mindestens 24 Grad Pflicht.

Stellt sich also die Frage, welches Gesetz greift. Bzw. ob wir künftig mehr Bewegungsmöglichkeiten im Büro benötigen, um die 19° Regel gut zu überstehen.

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Wenn es nach Bundesarbeitsminister Hubertus Heil geht, sollen Arbeitnehmer:innen aufgrund der steigenden Corona-Zahlen ab Oktober wieder vermehrt im Homeoffice arbeiten. Für Menschen, die schnell frieren, natürlich eine Möglichkeit, den 19° im Büro zu entkommen, aber bei den steigenden Heizkosten kann auch das enorm abschrecken. Zudem ist Homeoffice-Pflicht streng genommen nur Homeoffice-Recht. Bedeutet, der;die Arbeitgeber:in muss dir die Möglichkeit geben, Zuhause zu arbeiten, ob du dieses Angebot annimmst, entscheidest aber nur du alleine. Und die hohen Energiekosten dürften bei der Entscheidung sicherlich eine Rolle spielen.

Einen guten Anhaltspunkt darüber, wie teuer es wird, wenn man den kompletten Winter im Homeoffice verbringt, gab das Vergleichsportal Verivox bereits vor zwei Jahren. Verivox rechnet damit, dass der Jahresverbrauch um vier Prozent steigt, wenn man den Winter komplett im Homeoffice verbringt. Das wären mit einer Gasheizung und einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh ganze 270 Euro - sollte der Gaspreis von 34 ct/kWh den Winter über konstant gehalten werden können. Und dabei bleibt es ja nicht. Schließlich steigen auch die Stromkosten rapide. Ca. 10 Euro pro Monat kann man zusätzlich rechnen. Und natürlich ist das nur eine grobe Richtlinie – schließlich kann dies je nach eingestellter Temperatur, Zimmergröße und verwendeter Elektrogeräte erheblich schwanken. Zwar sparst du dir mögliche Kosten für den Arbeitsweg und kannst steuerlich die sogenannte Homeoffice-Pauschale geltend machen, aber dennoch solltest du alle Kosten gegeneinander stellen und dir ausrechnen, was finanziell für dich besser ist.


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So hältst du dich im Homeoffice warm

Es liegt natürlich auf der Hand, dass du bei den aktuellen Energiekosten nicht nur darauf achten solltest Strom zu sparen, sondern auch die Heizkosten niedrig zu halten. Zumal du im Homeoffice einige Vorteile hast, wenn es darum geht, dich warm zu halten. myHomice hat gute Tipps und Tricks für dich gesammelt, dank derer du dein Homeoffice wärmer gestaltest, ohne die Heizung dafür immens aufzudrehen.

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Indentifiziere Zugquellen und limitiere diese

Durch Fenster und Türen kann auch bei guter Isolierung kalte Luft in dein Homeoffice strömen. Entsprechend lohnt es sich, entweder mit Zuggummis abzudichten oder Kältestopper auf das Fensterbrett zu legen. Auch für Türen lohnt es sich, sie so abzudichten. Auch ein Briefkastenschlitz in der Eingangstür kann jede Menge Kälte mit sich bringen. Also lieber einen externen Briefkasten aufstellen und den Schlitz verschließen. Woran die wenigsten denken, ist die eigne Dunstabzugshaube. Sie ist eine direkte und offene Verbindung nach draußen. Daher lohnt es sich durchaus, diese abzudecken. Aber Vorsicht: falls du sie nutzen willst, unbedingt daran denken ;-)